Diana Diakunczak
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Hallo mein Name ist Christina Diakunczak. Ich bin am 20.10.89 in Frankfurt geboren worden. Ich lebe hier mit meiner Familie in Rai-Breitenbach, einem kleinen Ort in Breuberg. Ich habe meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Sozialassistentin gemacht und mache zur Zeit meine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Meine Hobbies sind: Gitarre spielen, Messdiener, Pfadfinder, Tanzen, Singen, Theater spielen, mich mit meinen Freunden treffen, Musik hören und mit meiner Schwester etwas unternehmen.

Ich werde in dem Folgendem Text beschreiben, wie ich das Leben mit meiner Schwester, die an MPS erkrankt ist, finde und bis jetzt so erlebt habe. Kurz bevor ich auf die Welt kam haben meine Eltern erfahren, dass meine Schwester an MPS, an einer unheilbaren tödlichen Krankheit leidet. Meine Eltern haben sich zu diesem Zeitpunkt viele Sorgen gemacht. Sie wussten nicht wie das Krankheitsbild bei meiner Schwester verläuft und ob ich gesund bin. Durch den ganzen Stress den meine Mutter durchgemacht hatte wurde ich per Kaiserschnitt geboren. Ich war eine Frühgeburt. Ich war nur 42 cm groß und wog nur 1750 g. Aber zum Glück war ich gesund. Meine Eltern erzählten mir, dass sich meine Schwester sehr auf mich gefreut hatte. Nach vier Wochen durfte mich meine Familie aus dem Krankenhaus abholen und ich durfte endlich nach Hause. Die ganze Fahrt zu mir hat meine Schwester gefragt ob wir mich jetzt abholen? Meine Mutter meinte immer: „Wir fahren jetzt ins Krankenhaus und holen deine Schwester mit der Tragetasche ab.“ Meinem Vater ging es irgendwann so auf die nerven, dass er sagte: „ So wir fahren jetzt ins Krankenhaus und holen deine Schwester mit der Plastiktüte ab.“ Meine Schwester hat sich sehr aufgeregt. Ich habe es sehr lustig gefunden als mir meine Eltern das erzählten. Meine Schwester Diana durfte sogar meinen Namen aussuchen. Sie lernte in der Schule gerade Wörter mit K. Als meine Mutter fragte wie ich heißen soll, sagte sie Christina. Ich habe meinem Namen also ihr zu verdanken.

Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich schon als 2 Jährige meine Schwester an die Hand genommen habe und mit ihr spazieren gegangen bin.

Als ich 9 Jahre alt war. War ich für längere Zeit beim Psychologen. Meine Eltern haben gefunden, dass ich mir zu viele Sorgen um sie mache und mich zu viel um sie kümmere. Außerdem hatte ich jede Nacht Alpträume und bin geschlafwandelt. Ich war 1 ½ Jahre beim Psychologen. Habe ihm meine Ängste und Sorgen anvertraut. Wie z.B. hatte ich Angst, dass Diana stirbt, weil sie ja nur 12 Jahre werden soll und sie schon älter war. Er hat mir geholfen mit meinen Ängsten umzugehen und mir klar gemacht, dass meine Eltern für sie sorgen müssen, nicht ich.

Viele denken ja, dass man zurückstecken muss, wenn man ein krankes Geschwisterkind hat. Ich bin aber gar nicht auf meine Schwester eifersüchtig und kann mich auch nicht erinnern, dass ich es jemals war. Wir haben schon darauf geachtet, dass Diana auch da mithilft, wenn sie etwas kann. Wir mussten auch mit zu ihren Terminen, also musste sie damals (heute manchmal auch noch) mit uns zum Fußballplatz oder zum Tanzen. Ich war noch nie neidisch auf sie. Nur auf meinen Bruder… Obwohl meine Schwester nur um ein Bsp. zu nennen manchmal die Zigaretten geklaut hat und versteckt hat und immer bekamen wir den Ärger, weil sie glaubten wir wären es gewesen. Aber das war halb so schlimm.

Naja blöd habe ich gefunden, dass man nie was stehen lassen konnte, sonst hatte es Diana kaputt gemacht. Da Diana sich aber nie bücken konnte, habe ich früher immer auf dem Boden gespielt.

2008 haben wir eine Delphintherapie an Ostern gemacht. Das tat meiner Schwester so gut. Ich würde mich so für sie freuen, wenn es noch einmal klappen würde. Hier ein Link zu dem Bericht über die Delphintherapie: http://www.fuer-geschwister.de/berichte_einzel.php?id=16

Wie oben schon geschrieben lerne ich HEP. Das würde ich bestimmt nicht ohne meine Schwester lernen. Durch meine Schwester habe ich so tolle Bekanntschaften gemacht, so viele nette Leute kennen gelernt und Freunde gewonnen, die ich ohne sie nie hätte.

Meine Schwester und ich unternehmen auch gerne etwas miteinander. Wie z.B. Kochen, ins Kino gehen oder auf Partys, malen, Musik hören, Tanzen, nach meinen Hasen gucken, Fingernägel lackieren, Schwesternabende (Film gucken und Chips essen und ich übernachte bei ihr)….

Ich durfte auch immer Freunde mitbringen. Ich hatte auch immer viele. Die meisten haben auch meine Schwester akzeptiert, aber es gab natürlich auch welche, die sie überhaupt nicht leiden konnten. Das waren und sind für mich keine Freunde. Mit denen wollte ich dann nichts mehr zu tun haben, denn meine Schwester ist mir am wichtigsten.

Mir fällt es sehr schwer wenn ich meine Schwester eine Weile nicht sehe. Ich mag sie am liebsten immer in meiner Nähe haben. Ich weiß noch nicht wie ich das machen sollte, wenn ich ausziehen werden. Dann sehen wir uns nicht mehr so oft… L

Wir gehen zusammen durch dick und dünn. Durch gute und schlechte Zeiten. Egal was ist, ich kann meiner Schwester alles erzählen und sie mir auch. Wir vertrauen uns alles an. Wenn ich traurig bin werde ich ganz liebevoll von ihr getröstet und ich tröste sie auch. Egal was ist ich bin immer für sie da und ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen und das will ich auch nicht. Für kein Geld der Welt gebe ich sie her!